Beschreibung und Vergabekriterien - Johann Georg Grimm-Preis

„Die Südliche“ ist seit 2003 die Jahresausstellung der Bildenden Künstler des Landkreises Oberallgäu, des Kleinwalsertales und von Jungholz. Sie wird unter dem Dach der Kulturgemeinschaft Oberallgäu e.V. getragen von den Städten Sonthofen und Immenstadt und der Marktgemeinde Oberstdorf und findet auch turnusgemäß in diesen 3 Orten statt. Ausgeführt wird sie von den Künstlern selbst unter der Regie der Organisatorin Dr. Magdalena Willems-Pisarek und ihrem Team.

Aussteller sind jeweils zwischen 30 und 50 von einer Jury ausgewählte Künstlerinnen und Künstler. Sie präsentieren 4 Werke eigener Wahl und neueren Erstellungsdatums.

Die teilnehmenden renommierten Künstler und die hohe Qualität ihrer Werke machten „Die Südliche“ zu einer der wichtigsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Schwaben.

Dem Charakter der „Südlichen“ entsprechend wurde ein Kunstpreis ausgelobt, der in gleicher Wertigkeit die bei der Ausstellung gezeigten Arbeiten und Ansehen und bisheriges Lebenswerk eines Künstlers oder einer Künstlerin würdigt. Benannt wurde der Preis nach dem vermutlich bedeutendsten Allgäuer Künstler der letzten 200 Jahre, Johann Georg Grimm (1846 -1887).

Grimm war vor wenigen Jahren in seiner Heimat noch völlig unbekannt, weil er nur bis zu seinem Studium an der Königlich Bayerischen Akademie der bildenden Künste in München (1867 -1870) zuhause in Bühl am Alpsee lebte und dann 1872 nach Berlin zog, 1873 -1875 in Italien und im westlichen Mittelmeerraum malte, 1875 an der Akademie in Berlin studierte und 1877 nach Brasilien ging. Dort wurde er schnell zu einem hoch angesehenen Künstler, erhielt hohe Auszeichnungen und 1882-1884 eine Professur an der kaiserlichen Akademie der schönen Künste in Rio de Janeiro. Die danach entstandene „ O Grupo Grimm“ mit später für Brasilien so bedeutenden Malern wie Antõnio Diogo da Silva Parreiras, Giambattista Castagneto, Domingo Garcia y Vasquez, Hipólito Boaventura Caron und anderen hatte für die Entwicklung der Landschaftsmalerei in Brasilien enorme Bedeutung. 1877 infizierte sich Grimm mit Tbc, fuhr todkrank mit allen Bildern, die er hatte, nach Deutschland zurück, zu seinem damals in Wengen (Weitnau) wohnenden Bruder. Er wollte sein Leiden lindern, suchte die Wärme des Südens erst in Meran, dann in Palermo, wo er am 18. 12. 1887 starb. Sein kleines, aber denkmalgeschütztes Grab ist am Rotondo-Friedhof in Palermo.

Grimm war geradezu besessen von seiner „Berufung“ zum Male, ließ sich selbst keine malerische Fahrlässigkeit durchgehen und verfolgte konsequent das Ziel, immer besser zu werden. Grimm hat seine entscheidenden Einflüsse wohl aus dem Kreis der Maler von Barbizon und den Freundeskreis von Wilhelm Leibl bekommen. Wahrscheinlich war die große Int. Kunstausstellung von 1869 in München, in der erstmals Corot, Courbet und die Maler von Barbizon original zu sehen waren. Er transferierte die Malerei des deutschen Realismus, den Leibl als die „reine Malerei“ bezeichnete nach Brasilien und genießt dort heute noch großes Ansehen.

Text: @ Fördervereins Bildende Kunst Schwaben Süd e.V.

Informationen über dem Träger Förderverein Bildende Kunst Schwaben Süd e.V.